Gute Schule: Praxis in der Feuerwehrausbildung

Eine eigene Feuerwehrschule – diesen Traum hat sich Ingo Stöhr mit der FeuReX GmbH in Oberhausen erfüllt. Ob auf der 30 Meter hohen Drehleiter oder in der bis zu 250 Grad heißen Übungsanlage: Die Werkfeuerwehrleute Vanessa und Stephan erleben in ihrer Ausbildung alles, nur keine eintönige Theorie.

Inge Fuchs

Eine Nebelmaschine aus der Disco, die Rauch und Hitze beim Einsatz nachahmen soll – dieses Übungsszenario hat Schulleiter Ingo Stöhr schon mit 18 stutzig gemacht. „Wenn ich in der Theorie lerne, ein Pflaster aufzukleben, in der Praxis aber am offenen Herzen operieren muss, bin ich nicht optimal vorbereitet“, vergleicht er die Situation. Stöhr erkennt damit ein bundesweites Problem: Für ihn sind viele Ausbildungen für Feuerwehrleute zu stark theoretisiert. Typisch Feuerwehrmann verwandelt er das Problem in eine Lösung und entwickelt zusammen mit Diplom-Ingenieur Karl Perr das Konzept „FeuReX“. Seit über 15 Jahren bietet die staatlich anerkannte Feuerwehrschule im bayerischen Oberhausen Vollzeit- und Tageslehrgänge sowie Fachberatungen an.

Intensive fünf Monate

Die 22-jährige Vanessa Reindl und der 34-jährige Stephan Zielinski befinden sich gerade in der Ausbildung zur IHK-Brandschutzfachkraft. Insgesamt 720 Stunden Unterrichtseinheiten müssen beide dafür absolvieren. In zwei Wochen steht bereits die Abschlussprüfung an: schriftlich, mündlich und praktisch. Vanessa und Stephan fühlen sich optimal vorbereitet. Wirkliche Newcomer in der Feuerwehrszene sind beide jedoch nicht. Vanessa ist schon ihr halbes Leben bei der Freiwilligen Feuerwehr; Stephan blickt auf 20 Jahre Freiwillige Feuerwehr und 15 Jahre Vollzeit-Rettungsdienst zurück. „Selbst nach so langer Zeit lerne ich hier Tag für Tag etwas Neues“, so Stephan. Für ihn und Vanessa ist der Austausch in der 20-köpfigen Klasse enorm wertvoll. Vanessa schätzt vor allem die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen: „Ich bin eine der Jüngsten im Lehrgang und finde es einfach spannend, den Geschichten der anderen zu lauschen.“

Trotz Altersunterschied teilen beide Feuerwehrleute eine Gemeinsamkeit: Vor dem ersten großen Einsatz gab es zum Geburtstag ein ordentliches Paar Schuhe von HAIX. Und auch heute setzen sie nach wie vor auf die Einsatzstiefel des Hightech-Herstellers. „Vom FLORIAN Pro in der Jugendfeuerwehr, über den AIRPOWER XR1 im Rettungsdienst, bis hin zum FIRE Flash 2.0 – es gibt nix besseres“, gesteht Stephan. Ingo Stöhr kann sich den beiden nur anschließen: „HAIX und FeuReX teilen die gleichen Werte. Wir setzen auf Innovation, Qualität und Funktionalität und statten Feuerwehrleute somit bestens für den Einsatz aus.“

Probieren geht über Studieren

Um jeden Lehrgang optimal auszubilden, bietet FeuReX flexible Lerninhalte. Besonders in dieser Klasse setzt Stöhr auf das Thema Industriebrandbekämpfung. „Wir fahren demnächst für drei Tage in ein Kraftwerk. Das ist nochmal eine andere Liga als ein normaler Zimmerbrand“, erzählt er. Wie gehe ich mit meinem Körper um? Wie teile ich meine Kräfte ein? Auch diese Überlegungen gehören zum Einsatz dazu. „Ein Tag fühlt sich an wie acht Saunagänge mit Aufguss – das geht an die Substanz.“ Auch wenn Stöhr von seinen Schützlingen einiges fordert, die Erfahrung für den Berufsalltag kann ihnen keiner mehr nehmen.