Feuer und Flamme – den Nachwuchs für die Feuerwehr begeistern

Timo Krenz lebt für die Feuerwehr. Beim Thema Brandschutzerziehung ist er voll und ganz in seinem Element. Seine Begeisterung teilt er mit Kindern und Jugendlichen.

Inge Fuchs

„Später schauen wir uns eine Fettexplosion an und jagen eine Spraydose in die Luft.“ Spätestens ab diesem Satz hängen die Sechstklässler an Timos Lippen. Der 18-Jährige geht regelmäßig in Schulen und begeistert Heranwachsende für die Jugendfeuerwehr. „An Nachwuchs mangelt es bei uns die nächsten Jahre definitiv nicht“, sagt er. Ein Großteil davon: Schülerinnen und Schüler, die einst Timos Brandschutzerziehung miterleben durften.

Seit sieben Jahren ist Timo in der Feuerwehr seiner Heimatstadt Ditzingen. Mit 14 Jahren wurde er zum Jugendsprecher ernannt, ein Jahr später zum Kreisjugendsprecher. Seit Mai dieses Jahres ist er Teil der aktiven Einsatzabteilung. „Wie fast bei Jedem haben mich als Kind die großen roten Autos fasziniert. Und diese Faszination ist einfach geblieben“, erklärt er. In der Regel dürfen Kinder ab einem Alter von zehn Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten. Diese sei in Timos Fall allerdings bereits überfüllt gewesen, weshalb der passionierte Feuerwehrler damals noch ein Jahr warten musste.

Abwechslung ist Alles

Derzeit absolviert der 18-Jährige eine Ausbildung zum Mechatroniker und macht nebenher die fachgebundene Hochschulreife. „Rettungsdienst, Schulsanitätsdienst und Feuerwehr liefen bei mir schon immer ehrenamtlich nebenbei. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, werde ich in der Feuerwehr als aktiver Jugendleiter eintreten,“ sagt Timo. So abwechslungsreich wie seinen Alltag beschreibt er auch die Zeit in der Jugendfeuerwehr: „Man weiß nie, was einen erwartet. Es gab hohe sowie tiefe Momente und immer was Neues.“

Sein jüngstes Projekt: der Umbau eines über 30 Jahre alten Löschgruppenfahrzeugs. Für die Kinder muss ein neues Innenleben her: Die schweren Schläuche will Timo unten ansiedeln und neue Einschübe und Rohre einbauen. „Außerdem brauchen wir spezielle Kinder-Atemschutzgeräte und eine neue Folierung, sodass auch Jugendfeuerwehr draufsteht“, erklärt er.

Fleißige Helfer hat er viele, finanziell braucht er beim Großvorhaben allerdings noch Unterstützung. „Mit unserem selbstgebauten Crêpes-Wagen sind wir normalerweise auf vielen Festen und können so Einnahmen sammeln. Seit Corona fallen die jedoch komplett aus.“ Deswegen haben sich Timo und seine Kameraden auch so sehr über ihren Gewinn von 500 Euro bei der HAIX Heldenherz-Challenge gefreut. Dafür hat er mit seiner Motorsäge ein Herz sowie ein Feuerwehrauto aus Holz geschnitzt. Seine Arbeit begeisterte den Heldenherz-Schirmherrn Thore Schölermann so sehr, dass dieser mit ihm gegen Dachdeckerin Chiara Monteton ins Social-Media-Battle zog. „Wir haben nie damit gerechnet, dass wir so weit kommen. Uns hat es in erster Linie einfach Spaß gemacht, zusammen unter Kameraden was zu schnitzen“, so Timo.

Faszination hautnah

Timos Tipps für eine erfolgreiche Branderziehung: Übungen vorab gut planen und den Stoff aktiv gestalten, am besten in Verbindung mit einem Spiel oder kurzem Film. Außerdem sollte der Altersunterschied vom Vortragenden zu den Kindern nicht zu groß sein: „Kinder trauen sich einfach mehr Fragen zu stellen, wenn da jemand in ihrem Alter vorne steht.“ Gerne nimmt er auch einen seiner jungen Kameraden in die Schulen mit, der dann in voller Montur seine Erlebnisse hautnah schildert.

Egal ob Knoten, Brandbekämpfung oder Auto zerschneiden: Jugendliche und Kinder zu begeistern, hängt für Timo immer von der Person ab, die den Stoff vermittelt. „Du kannst die Theorie entweder trocken oder nass gestalten“, sagt er. Und nass heißt bei ihm: Wasser marsch! „Jede Übung mit Wasser macht Spaß, besonders im Sommer, wenn es in eine Wasserschlacht ausartet.“