Vom Entwurf zum Einsatzstiefel

Entwicklung im Team statt Tüfteln im stillen Kämmerlein: Die Entwicklung eines Feuerwehrstiefels erfordert wie bei jedem HAIX Schuh echte Teamarbeit: Ein Zusammenspiel aus Schuhmacherhandwerk, Design-Experten, Spezialisten für Qualität und ein intensiver Austausch über Abteilungen hinweg. Nur wenn auch gemeinsam mit Produktion, Verkauf und Marketing getüftelt wird, besteht der Schuh am Ende die hohen Ansprüche von HAIX.

Hanno Meier

Entwicklung im Team statt Tüfteln im stillen Kämmerlein

Die Entwicklung eines Feuerwehrstiefels erfordert wie bei jedem HAIX Schuh echte Teamarbeit: Ein Zusammenspiel aus Schuhmacherhandwerk, Design-Experten, Spezialisten für Qualität und ein intensiver Austausch über Abteilungen hinweg. Nur wenn auch gemeinsam mit Produktion, Verkauf und Marketing getüftelt wird, besteht der Schuh am Ende die hohen Ansprüche von HAIX.
Vor über 25 Jahren feierte HAIX mit dem ersten, damals noch sehr überschaubaren, Stand auf der Interschutz 1994 in Hannover sein Messe-Debüt. Vier Mitarbeiter stellten den HAIX Feuerwehrstiefel FIRE FIGHTER noch auf einer selbst aufgebauten Ausstellungsfläche vor.
Ob in Deutschland, Österreich, USA oder Japan – HAIX Einsatzstiefel sind täglich Extremsituationen ausgesetzt. Inspiration liefern deshalb auch die Trägerinnen und Träger selbst, deren Feedback über den Verkauf und das Marketing in die Entwicklung einfließen.

Vom Pflichtenheft zur Serienreife

Ein sogenanntes „Pflichtenheft“ definiert, für welchen Bereich die Neuentwicklung sein soll, was der Schuh können muss, welche technischen Anforderungen zu erfüllen sind und einiges mehr. Darauf baut das Konzept zum Stiefel auf, das vom Design schließlich ansprechend gestaltet wird. Zuerst beginnen die Entwickler dabei mit einfachen Handzeichnungen. Daraus entsteht dann ein Prototyp – oft auch erstmal nur von Einzelteilen wie zum Beispiel der Sohle. Die ersten Prototypen sind meist eine Mischung aus wörtlichem Schuhmacherhandwerk und mit Hilfe von CAD am Computer konstruierten Teilen. Die werden auf Herz und Nieren getestet, ob alle Anforderungen erfüllt werden, dabei wird laufend verbessert. Nach einer finalen Freigebe werden erste Muster gefertigt bis es in die endgültige Produktion eines neuen Feuerwehrstiefels geht.

Höchste Anforderungen an Helden-Stiefel

Die DIN-Norm für Feuerwehrstiefel stellt hohe Anforderungen an jedes Bauteil. Ziel bei HAIX ist es, diese stets zu übertreffen. Jedes Bauteil an einem Feuerwehrstiefel muss zehn Sekunden Beflammung unbeschadet und ohne nachzubrennen überstehen. Im Hauseigenen Labor prüft HAIX bereits in der Entwicklung laufend Materialien entsprechend. „Das hat den Vorteil, dass wir am Ende der Entwicklungsphase nicht noch einmal von Grund auf neu beginnen müssen, weil ein Teil den Test nicht besteht.“, sagt Andreas Himmelreich, Leiter Forschung & Entwicklung bei HAIX. Beim sogenannten Sandbadtest wird die Wärmeisolierung für den Innenangriff geprüft. Ein echter Härtetest: Die Feuerwehrstiefel müssen 40 Minuten bei 250° C aushalten ohne dass sich die Sohle verformt, nach 10 Minuten darf die Temperatur im inneren des Schuhs außerdem nicht über 42° C liegen. Im Einsatzfall sind Feuerwehrleute in der Regel bis zu 30 Minuten im Innenangriff bis die Luft der Atemschutzflaschen knapp wird. Für den Einsatz Übersee unterscheidet sich die Norm teilweise.

Im Design verfolgt HAIX die Philosophie „kein Element ohne Funktionalität“ – das heißt, dass jedes Detail nicht nur optisch Maßstäbe setzt, sondern auch eine Bedeutung hat. Die zusätzlichen gelben Elemente an den Feuerwehrstiefeln bieten beispielsweise bessere Sichtbarkeit der Trupppartnerin oder des Trupppartners in verrauchten Gebäuden.

Der passende Feuerwehrstiefel für jeden Einsatz

Über die Anforderungen der Norm hinaus, wünschen sich Feuerwehrfrauen und -männer möglichst komfortable Stiefel. Denn die gesamte Ausrüstung im Einsatz kann durchaus knapp 40 Kilogramm wiegen. Manche Einsätze erfordern zusätzlich Schnittschutz. Einen allgemeingültig „perfekten Feuerwehrstiefel“ gibt es (noch) nicht – grundsätzlich muss der Stiefel zur Trägerin und zum Träger passen. Die groben Unterschiede erklärt der HAIX Chef-Entwickler Andreas Himmelreich so: „Manche Feuerwehrleute bevorzugen einfache, schnelle Schlupfstiefel. Ein Bestseller ist immer noch unser Reißverschluss-Schnürsystem der FIRE FLASH-Serie. Aber auch das Fast-Lacing-System der FIRE EAGLE und FIRE HERO Stiefel ist sehr beliebt, weil es sich optimal an den Fuß anpassen und mit einem Zug schließen lässt. Viele Feuerwehrleute sind so viel unterwegs, dass vor allem Leichtigkeit zählt, das bietet die FIRE EAGLE-Serie. Und wer einen robusten Stiefel sucht, auf den in jedem Einsatz Verlass ist, der ist mit unserem FIRE HERO gut bedient.“

Bis ein neuer Feuerwehrstiefel vom Leisten über die Sohle und den Schaft entwickelt ist, das kann inklusive Testphasen schon mal mindestens zwei Jahre dauern. An besonders innovativen Funktionselementen wird auch mal länger gearbeitet und optimiert, bis diese Serienreif sind.