Viele Eisen im Feuer

Chief Joel Miller hat viele heiße Eisen im Feuer. Der Fire Chief aus dem US Bundesstaat Louisiana betreibt den größten Instagram Account für Feuerwehrleute auf der ganzen Welt. Er ist social-Media-Berater für Feuerwehren und er besitzt mit „Chief Miller apparel“ einen Webshop für coole Firefighter T-Shirts, Caps und andere Feuerwehr Fanartikel. Für das HAIX SAFE Magazin stand er Rede und Antwort auf einige brennenden Fragen, die nicht nur seine Fans interessieren

Hanno Meier

HAIX: Chief Miller, warum sind Sie Feuerwehrmann geworden?
Chief Miller: Als ich zehn war, durfte ich in einem Firetruck mitfahren. Ich
denke, das löste etwas aus. Als ich die High School abschloss, wusste ich
bereits, wohin mein Weg führt. Ich schrieb mich für ein Studium in Brandschutz ein und hörte fortan immer, dass es in unserem Blut steckt. Das stimmt!

Wie sind Sie in den Feuerwehrdienst eingestiegen?
Chief Miller: Mit 18 begann ich bei der Freiwilligen Feuerwehr, machte Fortbildungen und fing Feuer. Der Rest ist Geschichte.

Und wie wurden Sie zum Social-Media-Star @chief_miller?
Chief Miller: Ich fing an Bilder auf Instagram als @chief_miller zu posten. Das
waren Bilder von allem, wovon ich dachte, das könnte interessant sein. Die
Zahl der Follower wuchs schnell. Ich habe ein paar Einsatzbilder von mir ins
Netz gestellt, und die Leute liebten es. Sie schickten mir ihre eigenen Bilder
von Einsätzen und baten mich, sie ebenfalls zu posten. Plötzlich waren da
50-100 Bilder am Tag. Ich mag es, die Bilder von den anderen zu sehen und zu
teilen. Feuerwehrleute haben den gleichen Spirit überall auf der Welt. Das ist
eine echte Gemeinschaft.

Wie sieht Ihr Alltag aus?
Chief Miller: Ich arbeite eine 60-Stunden-Woche. Neun Stunden täglich, sowie eine 24-Stunden-Schicht als Chief. Das ist ein ganz normaler Dienstplan
für einen Federal Government Fire Chief. Die Abende und Wochenenden gehören den Social Media Accounts. Da arbeite ich dann auch die Bestelleingänge auf www.chiefmillerapparel.com ab. Ich mag es einfach mit meinen Followers zu interagieren und das ist Teil davon. Außerdem baue ich gerade mein Haus um. Ich habe also reichlich zu tun.

Bleibt da noch Zeit für Hobbys?
Chief Miller: Ich bin leidenschaftlicher Mountainbiker. Damit bin ich aufgewachsen. Als sich mein Sohn vor ein paar Jahren ein Mountainbike kaufte, hat mich das Fieber auch wieder gepackt. Seither fahren wir gemeinsam.
Glücklicherweise leben wir in der Nähe eines National Forests und habe eine ganze Reihe von Parcours hier.

Was war das Verrückteste, was Sie als Firefighter jemals gesehen haben?
Chief Miller: Bei der Feuerwehr denkst du immer, nichts kann diesen verrückten Einsatz mehr toppen. Aber der Nächste wartet bereits. Zu den schlimmsten Einsätzen zählen sicherlich Verkehrsunfälle. Manchmal stehst du einfach nur da, kratzt dich am Kopf und wunderst dich wie in aller Welt das passieren konnte? Aber es gibt immer eine Geschichte dahinter.

Wo steht die coolste Fire Station in der Sie je waren?
Chief Miller: Ich mag die alten Fire Stations, weil sie Geschichte atmen. Doch es fällt schwer eine einzelne herauszunehmen. Ein paar davon in Detroit und St Louis haben mich wirklich beeindruckt

Welchen Rat würden Sie jemandem mit auf den Weg geben, der Feuerwehrmann werden will?
Chief Miller: Trainiere hart und gib niemals auf. Das ist ein unglaublicher Job und du kannst einen unglaublichen Weg gehen mit einem Haufen Fremder, die deine Familie werden. Es gibt keinen zweiten Job auf der Welt, der mit unserem vergleichbar wäre.

Hat die Pandemie Ihren Alltag verändert?
Chief Miller: In Louisiana wurden wir nicht nur mit COvid-19 konfrontiert. 6 Hurricanes zogen über unser Gebiet hinweg. Zwei trafen uns direkt und Hurricane Laura war der schlimmste in den letzten 160 Jahren. Als die Menschen noch versuchten sich von Hurricane Laura zu erholen, folgte Hurricane Delta. Die Schäden und gleichzeitig der Versuch gesund durch
die Pandemie zu kommen, haben 2020 definitiv zu einem Jahr der Herausforderungen gemacht. Hoffentlich wird es 2021 etwas leichter. •••